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Version 11

Wer bereits unseren Testbericht über Dragon NaturallySpeaking 10 Professional gelesen hat, der weiß, wie hilfreich und effektiv eine Sprachsoftware den täglichen Arbeitsablauf beeinflussen kann. Ende 2010 erschien die Version 11, deren Neuerungen wir in diesem Test untersuchen.

Titel
» Steckbrief «

Produktgruppe
Spracherkennungs-
Software


Produkt
NaturallySpeaking-11-Professional

Hersteller
Dragon

Marktpreis
ca.  830 Euro

Testbeginn
2010
Dauer
3 Monate Praxistest

Alle Fotografien
auf einen Blick (2)

 <br /> Foto 26 - Auf die Positionierung des Mikrofons wird deutlicher hingewiesen, weil diese  <br /> entscheidend für eine höhere Erkennungsgenauigkeit ist. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 27 - Bei der Erkennung der Lautstärke hat sich im Vergleich zur Vorgängerversion  <br /> nichts verändert. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 28 - Die Überprüfung der Qualität des Sound-Systems dient ausschließlich der eigenen  <br /> Information. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 29 - Leider hat sich der Hersteller entschieden, die hier sonst angegebenen  <br /> Zahlenwerte zu entfernen. Der User muss sich mit einem “erfolgreich”  <br /> zufriedengeben. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 30 - Es empfiehlt sich immer, die wenigen Minuten in Trainingstext vorzulesen. Am  <br /> einfachsten gestaltet sich das nach Erfahrung unserer Tester mit der  <br /> Trainingsoption: Text mit Eingabeaufforderung anzeigen. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 31 - Der Trainingstext mit Eingabeaufforderung - ein gelber Pfeil zeigt, ab welcher  <br /> Stelle diktiert werden soll. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 32 - Wenn eine Textstelle auch nach mehreren Versuchen nicht erkannt wird, hat man  <br /> die Möglichkeit, diese zu überspringen. Wer sich noch an die ersten Versionen  <br /> von Dragon NaturallySpeaking ohne diesen Button erinnern kann, der wird diese  <br /> Funktion zu schätzen wissen. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 33 - Eine einfache Regel für Dragon NaturallySpeaking heißt: Was nicht im Wörterbuch  <br /> ist, wird meistens auch nicht erkannt. Daher ist es sinnvoll, eigene Worte dem  <br /> Vokabular hinzuzufügen. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 34 - Der Hersteller verspricht eine weitere Verbesserung bei der Genauigkeit und der  <br /> Geschwindigkeit. Nach unserem umfangreichen Test der Version 10 widmen wir uns  <br /> in diesem kürzeren Test auszugsweise dem neuen Funktionsumfang. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 35 - Die Dragon-Randleiste erscheint auf den ersten Blick sehr hilfreich. Sie  <br /> benötigt jedoch relativ viel Platz und hat sich im Alltag nicht bewährt. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 36 -  <br /> Im Vergleich zur Version 10 erscheint die Dragon-Leiste kaum verändert. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 37 - Bei aktivem Mikrofon erscheint auf der Dragon-Leiste ein grünes Icon - sonst ein  <br /> rotes. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 38 - Es empfiehlt sich, beim Umstieg auf die Version 11 einen neuen Benutzer  <br /> anzulegen und den bisherigen Wortschatz zu importieren. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 39 - Es gibt Begriffe, die lernt der Drache nie. Dazu gehört: Guten Morgen Computer  <br /> (ohne Korrektur: Guten Morgencomputer). <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 40 -  <br /> Das Buchstabierfenster ist aus Sicht unserer Tester das bessere Korrekturfenster. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 41 - Select-and-Say wird von vielen Fenstern nicht unterstützt. Dann ist es  <br /> erforderlich, das Diktierfenster aufzurufen. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 42 - Wer regelmäßig die akustische Modelloptimierung vornimmt, der kann die  <br /> Erkennungsgenauigkeit verbessern. Den angezeigten Zeiten sollte man nicht  <br /> vertrauen - die kalkulierten 604 Stunden reduzieren sich auf effektiv unter eine  <br /> Stunde. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 43 -  <br /> Die kalkulierte verbleibende Zeit stimmt auch hier wiederum nicht. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 44 -  <br /> Selbst im Sekundenbereich kann 1 s schon mal mindestens 4 s betragen. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 45 - Mit ein wenig Glück oder Pech - je nach dem ob man Optimist oder Pessimist ist -  <br /> kann eine Sekunde auch 38 Sekunden betragen. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 46 - Nach 2 Minuten und 32 Sekunden war die kalkulierte eine Sekunde vorbei. Im  <br /> Alltag unserer Tester ist es genau umgekehrt - gefühlt ist die Zeit immer kürzer  <br /> als kalkuliert. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 47 - Auch später können aus einzelnen oder mehreren Dokumenten Wörter dem Vokabular  <br /> hinzugefügt werden. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 48 - Bevor die Wörter aus Dokumenten dem Vokabular von Dragon NaturallySpeaking  <br /> hinzugefügt werden, können diese trainiert werden. Mit einem Glas Wasser und ein  <br /> wenig Zeit ist das gut zu schaffen und hilfreich. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 49 - Wer an dieser Stelle vergisst, auf den Button Trainieren zu klicken, der fügt  <br /> die Worte ohne Training dem Vokabular hinzu. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 50 - Ein Klick auf den Button Pause und der Benutzer hat die freie Wahl, welche Worte  <br /> er hier trainieren möchte. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )




Fachhändler*

Voelter EDV-Beratung
Ringofenweg 23
47809 Krefeld

(2010)



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Spracherkennung auf dem Vormarsch

Unsere Tester beherrschen das Schreiben mit zehn Fingern. Dennoch gelingt auch ihnen ein Text viel effizienter, wenn dieser diktiert wird. Diktieren ist nun einmal grundsätzlich viel schneller als Tippen. Das liegt zum einen daran, dass man sich beim Diktieren viel besser auf den Text konzentrieren kann. Während man in Unterlagen schaut oder Diagramme auf dem Bildschirm interpretiert, kann man die gewonnenen Erkenntnisse mit der Stimme in Text umsetzen.
Foto 01 - <br /> Ende 2010 erschien von Dragon NaturallySpeaking die Version 11.

In der uns nicht zum Test vorliegenden Version für Mediziner gibt es sogar die Möglichkeit, aktiv in einem Vordergrundfenster zu arbeiten und in einem anderen Fenster zu diktieren. Diese Grundfunktion sollte Nuance ab der Professional Version zur Verfügung stellen.

Spracherkennung wird von Jahr zu Jahr besser - keine Frage. Zum einen liegt es daran, dass die Computer immer leistungsfähiger werden. Auf der andern Seite gibt es inzwischen auch Anwendungen abseits vom Computer. So wird Spracherkennung unter anderem in Handys und Navigationssystemen eingesetzt. Aus diesen Anwenderkreisen kommen viele neue Interessenten, die die Spracherkennung auch am Computer einsetzen möchten.

Obwohl Dragon NaturallySpeaking bereits in einer vielfach verbesserten Version vorliegt und seit sehr vielen Jahren auf dem Markt erhältlich ist, konnte das Programm bis heute den Massenmarkt nicht erobern. Dragon NaturallySpeaking lässt sich nicht intuitiv erfassen. Wer die grundlegenden Regeln nicht kennt, der wird nach kurzer Zeit aufgeben. Wer jedoch einmal die Faszination erleben konnte, wie gesprochener Text in Worte umgewandelt wird, die auf dem Computer erscheinen, der kann sich nur noch selten dem Bann dieser Software-Kategorie entziehen.

Ob Vielschreiber ihre Texte zweimal oder dreimal schneller als mit der Tastatur erfassen können, ist nicht wirklich von Bedeutung. Bei vielen Betrachtungen wird übersehen, dass die eigentliche geistige Tätigkeit von der manuellen Tipparbeit getrennt wird. Wer hat nicht schon einmal von gesundheitlichen Problemen wie dem Karpaltunnelsyndrom gehört? Die auftretenden Schmerzen oder Missempfindungen können in den gesamten Arm einstrahlen. Ständige Eingabearbeiten über die Tastatur können eine Ursache dafür sein.

Skripte - unendliche Möglichkeiten

Vor rund zwei Jahren kam die letzte Version auf den Markt. Nuance gehört nicht zu den Anbietern, die in zeitlich kurzen Abständen ein Update veröffentlichen. Das ist bedauerlich, da Software bekanntlich nie fehlerfrei ist.

Ein Fazit vorweg - die Version 11 ist bei weitem nicht fehlerfrei und ebenso wenig perfekt. Der Schritt von der Version 10 zu Version 11 ist optisch minimal. Oft - wie auch hier - ist es so, dass Programme, deren Versionsnummern zweistellig geworden sind, insgesamt ausgereift sind. Unter der Haube hat sich jedoch einiges getan und ein Update lohnt sich.

Es gibt zwar Neuerungen, wie zum Beispiel die Dragon-Randleiste im Hilfe-System, die sich im Alltag jedoch nicht bewährt haben. Vom Layout her passt sie nicht in das Gesamtkonzept von Dragon NaturallySpeaking. Obendrein nimmt sie noch sehr viel Platz ein.
Foto 35 -Die Dragon-Randleiste erscheint auf den ersten Blick sehr hilfreich. Sie  <br /> benötigt jedoch relativ viel Platz und hat sich im Alltag nicht bewährt.

Die Erkennungsgenauigkeit ist insgesamt beeindruckend. Viele fehlerhafte Umsetzungen lassen sich durch ein sauberes Diktat vermeiden.
Foto 24 -Das neue Sprachmodell BestMatch IV erreicht durch eine verdoppelte Abtastrate  <br /> eine bessere Erkennung.

Eine Spracherkennungs-Software kann nur jene Begriffe fehlerfrei umsetzen, die im Vokabular gespeichert sind. Wer das beachtet, hat den Schlüssel zum Erfolg in der Hand. Wer einen fachlichen Text diktieren möchte, kommt nicht umhin, spezielle Worte vor dem Diktat ins Vokabular einzuspeichern. Pfiffige fügen bei dieser Gelegenheit auch gleich die fehlenden Wortformen hinzu. Beispiel: ein, eine, einer, eines, einem …

Oft wird behauptet, dass für Otto Normalverbraucher die Premium-Variante ausreichend ist. Wir haben den Vorteil der Professional Edition kennengelernt. Wer sich nicht scheut, die VBA-Skriptsprache zu erlernen, der kann dank der Automatisierung über Skripte wesentlich effizienter arbeiten.

Hierbei gilt es zu unterscheiden zwischen einem Sprachbefehl, der nur eine kurze Aktion auslöst und einem längeren Skript.
Um ein markiertes Wort fett zu formatieren, sagt man: "Mach das fett". Gefühlt dauert das wesentlich zu lange. Hier ist man mit Maus und Tastatur wesentlich schneller. Wer nicht gerade aus gesundheitlichen oder anderen Gründen darauf angewiesen ist, diese Aktionen per Sprachbefehl auszulösen, der wird auf seine Tastatur nicht verzichten wollen.

Die Erklärung dafür ist simpel: Die Algorithmen der Sprachsoftware müssen erst einmal gesprochene Kommandos wie zum Beispiel "Mach das fett" analysieren und ausführen. Zusätzliche Zeit kostet die Pause, die vor und nach einem Sprachbefehl eingehalten werden muss. Das Gleiche gilt für Skripte. Wer auf die Pause verzichtet, der wird sehr schnell erkennen, dass der eigentliche Befehl nicht als Befehl, sondern als Wortfolge erkannt wurde.

Auf der andern Seite gibt es Skripte. Wer sich in dieses weite Feld eingearbeitet hat, der wird über die fast unendlich erscheinenden Möglichkeiten immer wieder erfreut staunen können. So ist es zum Beispiel möglich, mit einem selbstdefinierten Sprachbefehl in der Form, "wie spät ist es", sich dank der Sprachausgabe die Uhrzeit ansagen zu lassen. Wer möchte, kann sich sogar namentlich von der Computerstimme begrüßen lassen. Die einzige Grenze ist die Fantasie.

Wenn gesprochene Worte als Befehl erkannt wurden, zeigt das die neue Version als Tool Tipp durch einen kleinen blau umrandeten Text an.

Der größte Schatz des Users

Der größte Schatz eines Users ist das benutzerdefinierte Vokabular. Der zeitliche Aufwand für ein Backup ist minimal im Vergleich zur Wiederherstellung eines gepflegten und persönlich angepassten Profils. Dragon NaturallySpeaking 11 bietet ein integriertes Backup an, was natürlich nicht ausreichend ist. Neben der Schnell-Sicherung ist eine Datensicherung auf einen oder am besten mehrere externe Datenträger empfehlenswert.

Während Ärzte und Gutachter oftmals sehr eng begrenzte Fachvokabulare verwenden, benutzen Journalisten, Schriftsteller und Anwälte (Fachanwälte ausgenommen) ein häufig wechselndes Vokabular. Bei unserem Test verging kein Tag, an dem nicht mehrere Worte hinzugefügt werden mussten. Auch wenn diese Begriffe zum Teil seltenen oder gar nur einmal verwendet werden, ist es notwendig, diese dem Vokabular hinzuzufügen. Nur dann kann der Anwender flüssig diktieren. Daher empfiehlt es sich, nach der Installation von Dragon NaturallySpeaking ausgewählte vorhandene Dokumente und E-Mails vom Programm auf unbekannte Worte untersuchen zu lassen.
Foto 47 -Auch später können aus einzelnen oder mehreren Dokumenten Wörter dem Vokabular  <br /> hinzugefügt werden. Foto 48 -Bevor die Wörter aus Dokumenten dem Vokabular von Dragon NaturallySpeaking  <br /> hinzugefügt werden, können diese trainiert werden. Mit einem Glas Wasser und ein  <br /> wenig Zeit ist das gut zu schaffen und hilfreich. Foto 49 -Wer an dieser Stelle vergisst, auf den Button Trainieren zu klicken, der fügt  <br /> die Worte ohne Training dem Vokabular hinzu.

Das neue Sprachmodell BestMatch IV bringt eine wesentliche Verbesserung bei der Genauigkeit mit. Erstmalig werden Computer mit einer Dual-Core-CPU unterstützt. Leider beschränkt sich die Unterstützung auf zwei Kerne. Dabei hätte es sich bereits heute angeboten, zumindest Quad-Core-CPUs mit vier Kernen zu unterstützen.
Foto 24 -Das neue Sprachmodell BestMatch IV erreicht durch eine verdoppelte Abtastrate  <br /> eine bessere Erkennung.

Die Abtastrate des Mikrofons wurde von 11 auf 22 Kilohertz verdoppelt. Das führt dazu, dass das Vokabular, welches über Jahre gepflegt wurde, nicht weiter verwendet werden sollte. Am einfachsten ist es, das bisherige benutzerdefinierte Vokabular zu exportieren und in einen neuen Benutzer zu importieren. Dabei gehen leider die voreingestellten Worteigenschaften verloren. Diese müssen per Hand editiert werden.
Foto 38 -Es empfiehlt sich, beim Umstieg auf die Version 11 einen neuen Benutzer  <br /> anzulegen und den bisherigen Wortschatz zu importieren.

Es ranken sich viele Mythen um das optimale Mikrofon. Die Erfahrungen unserer Tester zeigen, dass nicht das teuerste Gerät das Beste ist. Sofern ein Mikrofon Nebengeräusche gut unterdrücken kann, die Entfernung zum Mund konstant ist und nur wenige Zentimeter beträgt, hat man sehr gute Chancen, relativ fehlerfrei zu diktieren.
Foto 23 - <br /> Wie bei unserem Test in Version 10 verwenden wir auch hier ein USB-Mikrofon. Foto 26 -Auf die Positionierung des Mikrofons wird deutlicher hingewiesen, weil diese  <br /> entscheidend für eine höhere Erkennungsgenauigkeit ist. Foto 27 -Bei der Erkennung der Lautstärke hat sich im Vergleich zur Vorgängerversion  <br /> nichts verändert.

Wären bei Version 10 noch häufig fehlerhaft umgesetzte Wortendungen auffielen, gibt es bei der aktuellen Version diesbezüglich kaum Probleme. Der Korrekturanteil in diesem Segment ist drastisch gesunken. Groß-und Kleinschreibung sowie die Getrennt- und Zusammenschreibung gehören nach wie vor zu den Problemfeldern, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaße. Die deutsche Sprache ist besonders reich an Wortformen und Eigenarten, so dass es scheinbar unmöglich ist, das bereits heute in einer Software unterzubringen.

Woran spürt der Benutzer im Alltag, dass diese Software für den englischsprachigen Markt konzipiert wurde? Antwort: an der problematischen Umsetzung von Komposita.

Während unsere Tester bei der Version 10 noch empfahlen, die Komposita-Bildung zu deaktivieren, kann sie bei der aktuellen Version mit gutem Gewissen aktiviert bleiben. Beim Diktieren von zusammengesetzten Worten sollte die Pause zwischen den zwei Worten minimal sein. Werden Komposita dann immer noch nicht korrekt erkannt, bietet es sich an, das Wort dem benutzerdefinierten Vokabular hinzuzufügen.

Auf die Details kommt es an

Das Nuance-Symbol erinnert an eine Zwiebel. Optional kann dieses dauerhaft auf dem Bildschirm erscheinen, wenn das Mikrofon eingeschaltet ist. Sowie ein Text bzw. ein Befehl diktiert wird, dreht sich um dieses Symbol dezent ein kleiner Strich. Diese auf den ersten Blick einfache Neuerung erfreute unsere Tester. Während noch in der Version 10 die platzraubende Dragon-Leiste bei ausgeblendeter Start-Leiste auf dem Desktop vorhanden sein musste, um zu sehen, ob das Mikrofon ein-oder ausgeschaltet ist, reicht jetzt dieses kleine Icon.
Foto 08 -Ein lange ersehntes Feature ist die Aktivitätsanzeige in Form eines  <br /> platzsparenden Icons. Foto 37 -Bei aktivem Mikrofon erscheint auf der Dragon-Leiste ein grünes Icon - sonst ein  <br /> rotes.

Die Verbesserungen stecken im Detail. So gibt es zum Beispiel den Befehl: Programme auflisten. Daraufhin erscheint eine durchnummerierte Liste mit allen laufenden Programmen und geöffneten Fenstern. Um zu dem entsprechenden Fenster zu wechseln, reicht es aus, die Zahl vor dem Eintrag zu diktieren.
Nuance hat darauf geachtet, dass die Fenstergröße gespeichert wird. Auch hier steckt der Teufel im Detail und die Fensterposition wird leider nicht gespeichert. An vielen Stellen spürten unsere Tester, dass gute Ideen nicht zu Ende gedacht wurden. Neben der fehlenden Speicherung der Fensterposition fehlt eine Filtermöglichkeit, so dass nur jene Fenster angezeigt werden, die man auch wirklich sehen möchte. Weiterhin wäre es hilfreich, wenn die Schriftgröße benutzerdefiniert einstellbar wäre. Für einen Programmierer sind diese Arbeiten eine Kleinigkeit.

Trotz des Jubels gibt es natürlich auch einen gravierenden Nachteil (mit Augenzwinkern): Die mühsam erlernte Fähigkeit, mit zehn Fingern zu tippen, wird so mancher einbüßen. Der Griff zur Tastatur wird dank Dragon NaturallySpeaking immer häufiger entfallen. So bleibt jedoch die Zeit, seine Fingerfertigkeiten zum Beispiel beim Klavier spielen zu trainieren.

Unsere Tester deckten praktisch das ganze Spektrum an Textproduktionen ab. Die Erkennungsrate lag zwischen 90 und 99 Prozent, wobei diese am besten bei Fachtexten mit bereits integriertem Vokabular ist. Selbst der durchschnittliche Wert von 94 Prozent ist kein schlechter Wert, wenn man bedenkt, dass unsere geübten Zehnfinger-Tipper bei der Tastatureingabe früher ermüden, als beim Diktieren.

Wer von A wie Anton bis Z wie Zacharias das Buchstabier-Alphabet beherrscht, der kann bei hartnäckigen kurzen und von der Software nicht erkannten Worten schnell buchstabieren bzw. in den Buchstabiermodus wechseln. Viele Worte unterscheiden sich auch nur durch einen Buchstaben und selbst diese werden häufig in der Version 11 gut erkannt.
Foto 40 - <br /> Das Buchstabierfenster ist aus Sicht unserer Tester das bessere Korrekturfenster.

Es bleibt noch eine Menge Raum für Veränderungen und Verbesserungen. Der reale Diktieralltag hält mehr Überraschung bereit, als sich die Programmierer derzeit wohl vorstellen können. Und wie erwähnt, es darf nie vergessen werden, dass die Software ursprünglich für die englische Sprache entwickelt wurde und mit dieser auch wesentlich besser funktioniert. Die deutsche Sprache ist und bleibt unendlich komplex. Neben den schier unendlich erscheinenden Möglichkeiten, Wortkombinationen zu bilden sind die unterschiedliche Aussprache und die Betonung jedes einzelnen Anwenders ein weiterer fast nicht berechenbarer Faktor.

Anhang:

Lieferumfang und technische Daten *

(* Auszug laut Hersteller, Änderung und Weiterentwicklung vorbehalten)

Lieferumfang:

  • Dragon NaturallySpeaking 11 Professional Edition
  • DVD
  • Kurzanleitung
  • Headset
Systemvoraussetzungen (Auszug):

  • --- Grundanforderungen ---
  • Prozessor: bei Intel ab Pentium4 oder bei AMD ab Athlon 64 1 GHz (
  • Prozessor: SSE2 Befehlssatzerweiterung ist erforderlich
  • Arbeitsspeicher: 512 MB RAM (1 GB RAM für Windows Vista, und 2 GB RAM für Windows 7, 32 Bit und 64 Bit)
  • Freier Festplattenspeicher: 2 GB
  • L2-Cache: 512 KB
  • DVD-ROM-Laufwerk für die Installation
  • geräuschunterdrückendes Headset
  • Soundkarte für 16-Bit-Aufzeichnung
  • --- empfehlenswerte Anforderungen ---
  • Prozessor: Intel® Pentium® 2,4 GHz (1,6 GHz Dual-Core-Prozessor) oder gleichwertiger AMD-Prozessor
  • Arbeitsspeicher: 2 GB RAM (2 GB RAM für Windows 7, 32 Bit, und 4 GB RAM für Windows 7, 64 Bit)
  • L2-Cache: 1 MB
  • schnurloses geräuschunterdrückendes Headset mit USB Anschluss
  • Zur Produktaktivierung ist eine Internetverbindung erforderlich.

RS & AK

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Plus    Pro       (* führt zur Aufwertung)

  • Das Sprachmodell BestMatch IV bietet bei leistungsfähigen Rechnern erstaunliche Verbesserungen in der Erkennungsleistung.
  • Die Abtastrate des Mikrofons wurde verdoppelt.
  • Das Sprachmodell setzt insbesondere die problematischen Wortendungen besser um.
  • Das Erkennungsfenster lässt sich dauerhaft als kleines Icon auf dem Desktop platzieren.
  • Wenn das Mikrofon ausgeschaltet wird, verschwindet das Erkennungsfenster.

Neutral Neutral Neutral    (* fließt nicht in die Bewertung mit ein)
  • Es empfiehlt sich, einen neuen Benutzer anzulegen und das alte Vokabular zu importieren.
  • Nur die Worte, die im Vokabular sind, werden erkannt (das wird dem Benutzer zu wenig verdeutlicht).
  • Es gibt von dieser Software keine Testversion, so dass viele potenzielle Käufer vor der Investition zurückschrecken.
  • Unter anderem wegen der Erhöhung der Abtastrate des Mikrofons ist eine Konvertierung eines älteren Benutzer-Profils nicht sinnvoll.

Minus Kontra  Minus    (* führt zur Abwertung)
  • Gute Ideen sind nicht zu Ende gedacht (Beispiel - neuer Befehl: Programme auflisten)
  • Beim Export und somit beim Import von benutzerdefinierten Worten aus der Vorgängerversion werden die individuell eingestellten Eigenschaften nicht berücksichtigt.
  • Die Bedienung ist nicht wesentlich besser geworden.

Unser Rat

Dragon NaturallySpeaking 11 Professional ist ein Werkzeug für jene, die nicht verlernt haben, einen Gedanken im Kopf zuerst klar zu formulieren, bevor er im Computer als Satz erscheint. Die Verbesserungen gerade bei der Genauigkeit und Erkennung sind so groß, dass sich ein Umstieg auf jeden Fall lohnt.

Besonders für Neueinsteiger ist die aktuelle Version interessant, da die Hürden für erste Erfolge und Glücksmomente deutlich niedriger geworden sind. Die vollmundige Werbeaussage "bis zu 99 Prozent" enthält das wichtige Wort "bis". Und ehrlich gesagt kommt es darauf auch nicht an. Wer sich an einfache Grundregeln hält und bereit ist, unbekannte Worte zum Vokabular hinzuzufügen, der wird das Programm nicht mehr missen wollen.

      Wertung   

    Legende: Bewertung
    Note (Anzahl goldene Sterne) sprachlicher Gebrauch
  • 1+ (6 Sterne) excellent, ausgezeichnet, Referenz
  • 1  (5 Sterne) sehr gut
  • 2  (4 Sterne) gut
  • 3  (3 Sterne) befriedigend, zufriedenstellend
  • 4  (2 Sterne) mangelhaft
  • 5  (1 Stern) ungenügend
  • 6  (0 Sterne) durchgefallen
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Folgende Produkte werden wir in der nächsten Zeit testen:

    Auto •   Autobatterie
    Elektronik •   Diktiergeräte für Dragon Professional Individual
    Computer •   Monitor Dell 29 Zoll
    Gesundheit •   Massagematte
    Haushalt •   Tageslichtlampen
    Gesundheit •   Back2Life

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Liebe Leser,

viele weitere Produkte haben wir in unserer Rubrik “Test im Alltag”
für Sie getestet.

  • Eine Übersicht über alle online gestellten Beiträge finden Sie hier.

  • Die Stichwortsuche u.a. nach Hersteller und Produktbezeichnung können Sie hier nutzen.

  • "Test im Alltag" ist eine "Mittelpunkt•Journal"-Beilage.

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