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Relaxen, wenn - ja wenn ...

Der deutsche Hersteller Koinor verspricht auf seiner Internetpräsenz "Höchstleistungen, um die wir täglich ringen". Weiterhin führt der Hersteller aus: "Ein Sofa ist Gefährte für lange Zeit. Wir wissen genau, welche Verantwortung wir damit übernehmen."

Titel
» Steckbrief «

Produktgruppe
Möbel

Produkt
Einzelsessel Jonas
Leder F-Tara Saddle


Hersteller
Koinor

Marktpreis
ca.  1500 Euro

Testbeginn
2010
Dauer
24 Monate Langzeittest

Alle Fotografien
auf einen Blick (2)

 <br /> Foto 20 - Das naturbelassene und im Gerbfass gefärbte Saddle Leder ist circa 1,6 mm stark,  <br /> gewachst, offenporig, atmungsaktiv sowie besonders weich und warm. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 21 - Auf dem hochwertigen Leder befinden sich bereits bei Anlieferung einige  <br /> Beschädigungen. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 22 - Das edle Leder weist die zweithöchste Qualität auf. Umso ärgerlicher sind die  <br /> Makel an der teuren Liege. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 23 -  <br /> An einigen Stellen ist ein ungleichmäßiger Farbauftrag zu erkennen. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 24 - Teilweise liegen leichte Beschädigungen in der Lederhaut eng beieinander, was in  <br /> dieser Lederqualitätsklasse nicht passieren sollte. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 25 - Die Hautstruktur des Leders kann Merkmale wie Narben oder Mastfalten aufweisen,  <br /> das es sich um ein Naturprodukt handelt. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 26 - In den nach außen gelegten Nähten des Fußbereiches sammeln sich nach kurzer Zeit  <br /> Krümel und Staub aller Art. Ein echter Schmutzfänger. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 27 - Auch der Seitenbereich ist durch die außen liegenden Nähte eine wahre  <br /> „Krümelfalle“. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 28 - Die auffallende Faltenbildung auf der Sitzfläche wirkt unästhetisch und  <br /> strapaziert das Leder. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 29 - Auch die Rückenlehne zeigt bereits nach kurzem Gebrauch deutliche  <br /> Gebrauchsspuren. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 30 - Die Seiten der Lehne sind besonders stark ausgeformt. Zur Mitte hin fällt die  <br /> Lehne deutlich nach innen ab. Der ergonomische Aspekt der Rückenunterstützung  <br /> wurde hier vernachlässigt. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 31 - Bereits nach sechs Wochen bietet der Rückenbereich der Liege keine ausreichende  <br /> Unterstützung mehr, vor allem im Lendenbereich. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 32 - Dem Lederpflege-Set liegt eine ausführliche Gebrauchsanweisung bei. Es wird eine  <br /> 2-4malige Reinigung pro Jahr empfohlen. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 33 - Auf den folgenden Seiten sind praktische Hinweise und Tipps zum richtigen Umgang  <br /> mit Polstermöbeln dargestellt. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 34 - Das hochwertige Lederpflege-Set aus dem Hause KERAGIL wird von führenden  <br /> Gerbereien und Polstermöbelherstellern empfohlen. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 35 - Das Pflege-Set besteht aus einem Sanftreiniger und einer Pflegecreme. Auf der  <br /> Verpackungsrückseite wird die Anwendung genauer beschrieben. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 36 - Der Sanftreiniger wird auch diesen Schwamm aufgetragen. Mit leicht kreisenden  <br /> Bewegungen, ohne großen punktuellen Druck, reibt man anschließend mit dem  <br /> Schwamm über das zu reinigende Leder. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 37 - Nach der Reinigung wird die Pflegecreme aufgetragen, welche dem Leder  <br /> Feuchtigkeit und Nährstoffe zurückgibt und gleichzeitig gegen Fette, Wasser und  <br /> Schmutz schützt. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )  <br /> Foto 38 - Frische Flecken auf allen Glattlederarten könen mit Hilfe des Sanftreinigers  <br /> entfernt werden. <br /><br /> ( © 2010 Produktfotografie: Mittelpunkt • Journal < Test im Alltag > AK )




Hersteller*

KOINOR Polstermöbel GmbH & Co. KG
Landwehrstraße 14
96247 Michelau
(Stand: 2010)



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Ein langer Weg vom Traum bis zur Lieferung

Wer träumt nicht davon, nach einem schweren Arbeitstag auf einer Relaxliege zu entspannen? Was liegt da näher, als in einem Möbelhaus zu stöbern, zu schauen und zu probieren, welches Möbelstück diesen Traum wahr werden lässt.

Unsere Testergruppe besuchte sieben große Möbelhäuser und war erstaunt, wie gering das wirklich interessante Angebot ist. Die meisten angebotenen Liegen sind nicht verstellbar. Das bedeutet, dass der Körper immer die gleiche Position innehat. Selbst bei einfachen Gartenliegen findet man mehr Verstellmöglichkeiten als bei der Gruppe der Relaxliegen.

Nach langer Suche wurden wir beim Hersteller Koinor fündig. Die eingangs in diesem Bericht zitierten Qualitätsversprechen klangen vollmundig und nach einem relaxten Feierabend. Anlass für uns, ein besonderes Produkt aus dem Hause Koinor in einem Langzeittest genauer unter die Lupe zu nehmen.

Für einen Marktpreis von circa 1500 € (die Preise unterliegen starken Schwankungen - bei einem Listenpreis von 2450 €) erwirbt man eine Relaxliege, deren Kopf-und Fußteil über eine Gasdruckfeder in der Höhe verstellbar sind. Wir entschieden uns für ein besonders feines Leder in der zweithöchsten Qualität (F –Tara SADDLE) in der Farbe felt (=Schwarz). Das ausgewählte naturbelassene und im Gerbfass gefärbte Saddleleder ist nach Angaben des Lieferanten circa 1,6 mm stark, gewachst, offenporig, atmungsaktiv sowie besonders weich und warm. Es hat eine besonders hohe Qualität – so der Lieferant. Die Liege verfügt über ein Untergestell in Edelstahloptik.
Foto 08 -Ein besonderes Feature ist die Höhenverstellbarkeit von Fußteil und Rückenlehne.  <br /> Hier ist die Liege in der aufrechten Position zu sehen. Foto 09 -Die Rückenlehne lässt fast so tief stellen, so dass auch ein Nickerchen auf der  <br /> Liege möglich wäre. Ein paar cm fehlen leider.

Ein weiter Weg

Nach unserer Bestellung holte der Lieferant die Liege direkt vom Hersteller Koinor ab. Eine sofortige Lieferung war nicht möglich, da Hunderte Kilometer zwischen Lieferant und Kunden liegen. Nach einer vertretbaren mehrwöchigen Wartezeit wurde die Liege Mitte Januar 2010 bei uns angeliefert.

Die Lieferung erfolgte durch das Möbelhaus in einem geliehenen Kleintransporter. Wir hatten einen Transporter mit der Aufschrift des Möbelhauses erwartet. Die Relaxliege war nur von einer Folie umwickelt und die Füße waren teilweise zusätzlich durch zwei Pappen geschützt. Auch hier waren wir davon ausgegangen, dass das hochwertige Leder besser geschützt ist. Zwei freundliche Möbelpacker packten die Liege aus und stellten sie an ihren Bestimmungsort.
Foto 01 - <br /> Die Liege wird mit einem geliehenen Kleintransporter des Möbelhauses angeliefert. Foto 02 -Das hochwertige Leder der Liege ist nur mit einer dünnen Folie während des  <br /> Transports geschützt. Foto 03 - <br /> Das Gestell aus Edelstahl ist teilweise durch Pappen geschützt.

„Jonas“ und die Möbelpacker

Die ausgepackte Relaxliege „Jonas“ wurde sofort im Beisein der Möbelpacker in Augenschein genommen. Der erste optische Eindruck von der Relaxliege war sehr gut. Dieser Eindruck wich sehr schnell einer Ernüchterung, als die Beschädigungen auf dem exklusiven und teuren Leder bemerkt wurden.

Die beiden Möbelpacker erschienen für einen Moment ratlos. Dann griff einer der beiden zu dem im Preis der Relaxliege enthaltenen Pflegeset und trug davon mehrmals beherzt eine größere Menge auf. Die beanstandeten Stellen auf dem Leder verschwanden davon nicht - nur das Pflegeset, welches für eine einmalige Behandlung der Relaxliege ausreichend sein soll, war nun nicht mehr für eine einmalige Behandlung ausreichend. Normalerweise darf man davon ausgehen, dass die Produkte des Kunden nicht einfach ungefragt verwendet werden. Für solche Fälle sollten die Möbelpacker ein eigenes Pflege- und Reparaturset griffbereit mit sich führen. Und das funktioniert in der Praxis insgesamt recht gut, wie die Erfahrungen unseres Testteams zeigen.
Foto 21 -Auf dem hochwertigen Leder befinden sich bereits bei Anlieferung einige  <br /> Beschädigungen. Foto 22 -Das edle Leder weist die zweithöchste Qualität auf. Umso ärgerlicher sind die  <br /> Makel an der teuren Liege. Foto 23 - <br /> An einigen Stellen ist ein ungleichmäßiger Farbauftrag zu erkennen. Foto 24 -Teilweise liegen leichte Beschädigungen in der Lederhaut eng beieinander, was in  <br /> dieser Lederqualitätsklasse nicht passieren sollte. Foto 25 -Die Hautstruktur des Leders kann Merkmale wie Narben oder Mastfalten aufweisen,  <br /> das es sich um ein Naturprodukt handelt.

Das Pflegeset ist laut beiliegender Beschreibung ein sehr hochwertiges Produkt.
Foto 32 -Dem Lederpflege-Set liegt eine ausführliche Gebrauchsanweisung bei. Es wird eine  <br /> 2-4malige Reinigung pro Jahr empfohlen. Foto 33 -Auf den folgenden Seiten sind praktische Hinweise und Tipps zum richtigen Umgang  <br /> mit Polstermöbeln dargestellt. Foto 34 -Das hochwertige Lederpflege-Set aus dem Hause KERAGIL wird von führenden  <br /> Gerbereien und Polstermöbelherstellern empfohlen. Foto 35 -Das Pflege-Set besteht aus einem Sanftreiniger und einer Pflegecreme. Auf der  <br /> Verpackungsrückseite wird die Anwendung genauer beschrieben. Foto 36 -Der Sanftreiniger wird auch diesen Schwamm aufgetragen. Mit leicht kreisenden  <br /> Bewegungen, ohne großen punktuellen Druck, reibt man anschließend mit dem  <br /> Schwamm über das zu reinigende Leder. Foto 37 -Nach der Reinigung wird die Pflegecreme aufgetragen, welche dem Leder  <br /> Feuchtigkeit und Nährstoffe zurückgibt und gleichzeitig gegen Fette, Wasser und  <br /> Schmutz schützt. Foto 38 -Frische Flecken auf allen Glattlederarten könen mit Hilfe des Sanftreinigers  <br /> entfernt werden.

Somit wurden diese Mängel auf dem Lieferschein von uns vermerkt. Leider lag der Lieferung auch nicht die offerierte Garantiekarte bei, die unter der Liege sein sollte. Einer der Möbelpacker zog den Reißverschluss der Liege auf, fand nichts und versprach, dass die Garantiekarte nachgeschickt wird. Auch die vergessene Pflegeanleitung sollte per Post nachgeliefert werden. Bis zum 31. März 2010 waren diese Unterlagen und der Ersatz für das Pflegeset vom Möbelhaus nicht bei uns eingetroffen, so dass wir unser Schreiben vom 25. Februar 2010 an das Möbelhaus erneuerten und gleichzeitig den Hersteller Koinor um Unterstützung baten.

Im Team der Tester haben wir uns entschieden, das leidige Thema an dieser Stelle zu schließen, da es nur noch unerfreulicher wurde.

Das einzige Ass im Ärmel

Bereits nach einer relativ kurzen Nutzungsdauer waren sich die Tester einig, dass sich eine verstellbare Relaxliege in jedem Fall lohnt.

Bei dem getesteten Modell ist die Höhe von Rücken- und Fußteil mit einer Gasdruckfeder verstellbar. Allerdings erforderte die Verstellung von unseren Testpersonen einen erheblichen Kraftaufwand, um den Rücken- bzw. Fußteil auf die gewünschte Höhe zu bewegen. Beim Absenken der Teile mussten die Testpersonen gegen die zu verstellenden Bereiche drücken, während sie beim Anheben kräftig ziehen mussten. Besonders schwer ist die Handhabung, wenn man auf der Liege sitzt bzw. liegt.

Die vom Hersteller offerierte Qualität fanden wir im Detail nicht bestätigt. Wir fragten beim Hersteller nach, ob es sich hierbei um eine Ansammlung von unglücklichen Zufällen handelt oder ob das produktspezifisch sei.

Das A und O einer Relaxliege ist, dass man auf ihr gut sitzen oder liegen und somit entspannen kann.

Die Höhenverstellung des Fußteiles ist sehr angenehm. die Verstellbarkeit der Rückenlehne ist in der Wirkung gut. Gerade bei längerem Sitzen ist eine gelegentliche Änderung der Sitzposition von erheblichem Vorteil für den Rücken. Nicht nur Ärzte und Therapeuten raten zum dynamischen Sitzen, welche bei einer Liege erst durch die Verstellbarkeit der Lehne ermöglicht wird.
Foto 08 -Ein besonderes Feature ist die Höhenverstellbarkeit von Fußteil und Rückenlehne.  <br /> Hier ist die Liege in der aufrechten Position zu sehen. Foto 09 -Die Rückenlehne lässt fast so tief stellen, so dass auch ein Nickerchen auf der  <br /> Liege möglich wäre. Ein paar cm fehlen leider.

Damit hat Koinor ein Ass im Ärmel! Leider ist es nach unseren Erfahrungen das einzige Ass, welches zudem nicht richtig sticht.
Optimal wäre eine dynamische – durch die Bewegung des Körpers – veränderbare Rückenlehne.
Nachtrag: In einem unserer Testberichte haben wir einen entsprechenden Bürostuhl vorgestellt.

„Sofas for Friends“

Mit dem Slogan „Sofas for Friends“ wirbt der Hersteller Koinor. Dieser Slogan ist auch auf einem Aufkleber auf dem Gestell zu finden.
Foto 16 - <br /> Die gleichmäßig geformten Druckknöpfe lassen sich nicht intuitiv unterscheiden.

"Jonas“ - Ernüchterung auch auf den zweiten Blick

"Jonas" war nicht der Liebling unserer Tester. Als wir die gleichnamige Relaxliege erstmalig sahen, hatte sie alle Chancen, ein top Produkt zu sein. Unsere Erfahrungen zeigen inzwischen, dass dieser Eindruck einem zweiten Blick nicht standhalten konnte.

Bei einer genauen Inspektion der Liege fiel bereits zu Beginn auf, dass sie sehr "faltenreich" ist. Das Design leidet besonders unter der ausgeprägten Faltenbildung des Leders in den Übergängen sowie den außenliegenden Nähten. Die geradlinige Form der Liege leidet unter dem wellenförmigen Wurf des Leders im verstellbaren Übergangsbereich
Foto 05 -Das Leder ist weich und anschmiegsam. Bei Hautkontakt wärmt es sich im Gegensatz  <br /> zu Kunstleder schneller auf. Foto 10 - <br /> Das Leder verwirft sich leicht und schlägt Falten. Darunter leidet das Design. Foto 12 - <br /> Ecken – nicht sauber bis in die Ecken ausgepolstert. Foto 13 -Auch der Umtausch der Liege gegen ein Nachfolgemodell brachte an dieser Stelle  <br /> keine Verbesserung. Foto 14 -Durch die Verstellbarkeit der Liege sind die Seitenflächen nicht durchgängig  <br /> gerade, sondern wellenförmig.

Ein Feature der Liege ist die bereits erwähnte Verstellbarkeit des Kopf-und Fußteiles. Dazu befinden sich an der rechten Seite der Sitzfläche zwei gleichmäßig geformte Druckknöpfe. Vorteilhafter wäre es hier, wenn die Knöpfe eine unterschiedliche Form hätten, so dass man auf Anhieb spürt, ob man den Knopf für das Fußteil oder für das Kopfteil drücken wird.
So gut wie jede Fernbedienung berücksichtigt inzwischen diesen ergonomischen Aspekt.
Foto 17 -Die Verarbeitung wirkt an dieser Stelle sehr unsauber. Mit ein paar Zentimetern  <br /> mehr Leder könnte die Platte unter der Lederabdeckung verschwinden.

Sehr oft passiert es unseren Testpersonen, dass sie ein unangenehmes Gefühl verspüren, wenn sie nach den Druckknöpfen tasten. Anstelle eines harmonisch abgerundeten Druckknopfes bohrt sich die spitz zulaufende Ecke der Abdeckung in den Finger.
Foto 16 - <br /> Die gleichmäßig geformten Druckknöpfe lassen sich nicht intuitiv unterscheiden.

Die Verarbeitung sieht an dieser Stelle sehr unsauber aus und wir fragen uns, warum der Hersteller Koinor hier nicht zwei cm mehr Leder verarbeitet hat, so dass die Platte unter der Lederabdeckung verschwindet. Wir haben den Eindruck, als ob die Platte insgesamt etwas zu hoch sitzt, da man die Druckknöpfe nicht mit dem Zeigefinger drücken kann. Das darüber liegende Leder der Sitzfläche verhindert das.

Ein weiteres Indiz dafür, dass die Druckknöpfe samt Platte zu hoch angebracht sind, zeigt sich, wenn man auf der Liege sitzt und die Druckknöpfe benutzt. Dann verkanten diese unter der oberen Lederabdeckung, so dass weder das Kopf- noch das Fußteil arretiert werden können.
Foto 15 -Die spitzen Ecken der Abdeckung für die Druckköpfe ragen aus dem Leder hervor  <br /> und fühlen sich unangenehm an. Foto 16 - <br /> Die gleichmäßig geformten Druckknöpfe lassen sich nicht intuitiv unterscheiden. Foto 17 -Die Verarbeitung wirkt an dieser Stelle sehr unsauber. Mit ein paar Zentimetern  <br /> mehr Leder könnte die Platte unter der Lederabdeckung verschwinden.

Zudem sind die nur einseitig rechts angebrachten Druckknöpfe für Linkshänder ein Problem. Und wenn die Liege mit der rechten Seite relativ nahe an einer Wand steht, dann sind die Druckknöpfe ebenfalls schlecht bedienbar. Interessant wäre es hier, ob der Hersteller eine Variante für beide Seiten oder für Linkshänder anbieten kann. Wir lassen unseren Blick relaxt von der Seite der Liege weiter nach unten gleiten. Auf der einen Seite der Liege hat der Abstandsbolzen zu viel Spiel und klappert (vergleiche Fotografien 18 und 19), während die andere Seite in Ordnung ist.
Foto 18 - <br /> Auf der einen Seite der Liege hat der Abstandsbolzen zu viel Spiel und klappert. Foto 19 -Der Abstandbolzen auf dieser Seite sitzt fest in seiner Verankerung und klappert  <br /> nicht.

Das, was der Kunde zu sehen bekommt, sollte dem hohen Qualitätsanspruch von Koinor (wie oben zitiert) gerecht werden. Bereits beim Auspacken der Relaxliege fiel die rostig wirkende Stelle am Fuß der Liege auf.
Foto 11 -An den “Füßen” der Liege befinden sich scharfe Kanten (oben) und  <br /> rostige Stellen (unten). Bei eine Liege in dieser Qualitäts- und Preisklasse  <br /> sollte das nicht vorkommen.

Sechs Wochen nach der Lieferung – ein Kreuz mit Kreuz

Insgesamt empfanden die Testpersonen das Sitzgefühl als sehr angenehm, allerdings nur die jungen und Agilen. Bereits die etwas Älteren ab 35 Jahren äußerten sich negativ über die Polsterung im Sitzbereich und vor allem im Rückenbereich.

Schon bei der Anlieferung fiel auf, dass die Seiten der Lehne besonders stark ausgeformt sind (Foto 30), während die Mitte bereits leicht einfiel. Betrachtet man den ergonomischen Aspekt, so ist es erstaunlich, dass besonders die Unterstützung im Lendenwirbelbereich so vernachlässigt wurde. Nur der Bein- und Fußbereich ist in Ordnung.

Bereits nach sechswöchiger Nutzung war der Rückenbereich so stark eingedrückt, dass die Testpersonen über mangelnde Unterstützung im gesamten Rückenbereich (Foto 31) - hier vor allem wiederum im Lendenbereich - klagten. Man versinkt regelrecht in der Liege und bildet einen Rundrücken aus. Als Ersatz könnte hier ein Lordosekissen für eine ergonomischere Haltung sorgen. Auch die Sitzfläche wirkte für die kurze Nutzungsdauer viel zu verbraucht (Foto 28 und 29). Wir gehen davon aus, dass die Polsterung an beiden Bereichen nicht ausreichend ist. Mit hochgestellter Rückenlehne und durch das Einsinken in die Polsterung (Rundrücken) konnte keiner unserer älteren Tester die Relaxliege längere Zeit schmerzfrei benutzen.
Foto 28 -Die auffallende Faltenbildung auf der Sitzfläche wirkt unästhetisch und  <br /> strapaziert das Leder. Foto 29 -Auch die Rückenlehne zeigt bereits nach kurzem Gebrauch deutliche  <br /> Gebrauchsspuren. Foto 30 -Die Seiten der Lehne sind besonders stark ausgeformt. Zur Mitte hin fällt die  <br /> Lehne deutlich nach innen ab. Der ergonomische Aspekt der Rückenunterstützung  <br /> wurde hier vernachlässigt. Foto 31 -Bereits nach sechs Wochen bietet der Rückenbereich der Liege keine ausreichende  <br /> Unterstützung mehr, vor allem im Lendenbereich.

Vom Möbelhaus wurde uns gesagt, dass das Modell „Jonas“ das neue Produkt für 2010 ist. Wie auf den Fotografien zu sehen ist, ist die Liege eine wahre Krümelfalle. Dadurch, dass die Nähte im Vergleich zum Vorgängermodell „Jeremiah“ nach außen gelegt wurden, sammeln sich nach kurzer Zeit im Fußbereich (Foto 26) und im Seitenbereich (Foto 27) Schmutz, Krümeln und Staub an, so dass man öfter zum Handstaubsauger greifen muss. Hier wären innenliegende Nähte vorteilhafter, wie man sie bei verschiedenen Relaxliegen findet.
Foto 26 -In den nach außen gelegten Nähten des Fußbereiches sammeln sich nach kurzer Zeit  <br /> Krümel und Staub aller Art. Ein echter Schmutzfänger. Foto 27 -Auch der Seitenbereich ist durch die außen liegenden Nähte eine wahre  <br /> „Krümelfalle“.

Etwas, was nicht im Foto darstellbar ist, ist ein „no go“ für eine Relaxliege. Bei vielen Bewegungen quietscht und knarrt die Liege, als ob sie in ihrem Leben noch nie einen Tropfen Öl gesehen hat. Diese Nebengeräusche wurden mit zunehmender Nutzungsdauer immer intensiver. Sie waren von Anfang an vorhanden.
Foto 08 -Ein besonderes Feature ist die Höhenverstellbarkeit von Fußteil und Rückenlehne.  <br /> Hier ist die Liege in der aufrechten Position zu sehen.

Ausblick

Die grundlegenden Features dieser Relaxliege konnten überzeugen, die Verarbeitung und die Umsetzung leider nicht. Der Hersteller hat sich auf unsere Vermutung, dass es sich bei dieser Liege evtl. um ein "Montagsmodell" handelt, im gesamten Testzeitraum nicht weiter geäußert.

Version 2.x

Wir nutzen die Möglichkeit, das Modell "Jonas" gegen ein neueres zu tauschen. Das Leder sollte hochwertiger sein. Die Enttäuschung war groß, als eine Liege geliefert wurde, bei der die Abweichung in den drei großen Flächen sehr deutlich zu sehen war.

Bereits die Lieferung bereitete deutliche Probleme. Der Speditionsfahrer erwartete, dass der Kunde die Liege mit hochtragen würde.

Auf den ersten Blick hatte die neue Liege eine bessere Verschraubung. Die Rückenlehne quietschte nicht. Die Freude hielt leider nicht sehr lange. Nach wenigen Wochen gab es die gleichen Geräusche, wie bei dem ersten Modell.

Wir fragten den Hersteller, ob die Rückenlehne besser ausgepolstert werden kann, da eine Reihe der Tester über Rückenschmerzen aufgrund der zu weichen Rückenlehne klagten. Man sinke zu tief ein, äußerten Test-Teilnehmer unterschiedlichen Alters. Der Hersteller versicherte, dass hier nicht zu machen sei. Daher nutzen unsere Tester ein entsprechendes schmales zusätzliches Kissen im Rückenbereich. In diesem Preissegment ist das ein klares no-go.

Auch das Nachfolgemodell litt unter den gleichen "Kinderkrankheiten" wie das ursprüngliche Testmodell. Käufer in dieser exklusiven Preisklasse haben besonders hohe Ansprüche. Denen kann das als hochwertig angepriesene Möbelstück von Koinor in fast keinem Bereich entsprechen.

Version 3.x

Update 2017 - zahlreiche Leser fragten uns, ob wir das namensgleiche Modell mit motorischer Verstellung von Rücken- und Fußteil mit Akku inkl. Ladegerät testen. Ende 2016 konnten wir die elektrisch verstellbare Liege bereits einem Kurztest in Berlin unterziehen. Wir sind positiv überrascht. Das Produkt ist ein heißer Testkandidat.

Ein kurzer Rückblick - der Beitrag zur Relaxliege „Jonas“ aus dem Hause Koinor hat sich einen Spitzenplatz verdient. Es ist der am meisten gelesene und beachtete Testbericht auf unserem Online-Portal. Überraschend ist die Resonanz unserer Leser - viele kauften dieses Produkt nach unserem Testbericht. Wer die Vorzüge und Nachteile eines Produktes kennt, kann sich darauf bereits vor dem Kauf einstellen und ist nachher tendenziell eher positiv überrascht. Mit diesem Wissen im Hinterkopf lässt es sich entspannter einkaufen – und relaxen.

Anhang:

Lieferumfang und technische Daten *

(* laut Hersteller, sofern nicht anders angegeben, Änderungen vorbehalten)

Lieferumfang:

  • Foto 20 -Das naturbelassene und im Gerbfass gefärbte Saddle Leder ist circa 1,6 mm stark,  <br /> gewachst, offenporig, atmungsaktiv sowie besonders weich und warm. Relaxliege Modell Jonas
  • Foto 07 -In der beigelegten Bedienungsanleitung wird u.a. die stufenlose Verstellung des  <br /> Kopf- und Fußteils per Gasdruckfeder beschrieben. Schonbezug Fußbereich
  • Foto 34 -Das hochwertige Lederpflege-Set aus dem Hause KERAGIL wird von führenden  <br /> Gerbereien und Polstermöbelherstellern empfohlen. Pflegeset


Wichtige technische Daten (Auszug):

  • Foto 12 - <br /> Ecken – nicht sauber bis in die Ecken ausgepolstert. Leder F-Tara Saddle felt
  • Foto 16 - <br /> Die gleichmäßig geformten Druckknöpfe lassen sich nicht intuitiv unterscheiden. Gasdruckfeder mit Zweiknopfbedienung
  • Foto 09 -Die Rückenlehne lässt fast so tief stellen, so dass auch ein Nickerchen auf der  <br /> Liege möglich wäre. Ein paar cm fehlen leider. Metalluntergestell in Edelstahloptik

JL & AB

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Plus    Pro       (* führt zur Aufwertung)

  • Kopf-und Fußteil sind höhenverstellbar
  • Verstellbarkeit der Rückenlehne ist gut
  • feines Leder in einer hohen Qualität
  • für junge und agile Personen ist das Sitzgefühl überwiegend angenehm
  • Kopfkissen über Magneten fixierbar

Neutral Neutral Neutral    (* fließt nicht in die Bewertung mit ein)
  • Druckknöpfe zur Verstellbarkeit von Fuß- und Rückenteil sind auf Grund der gleichen Formgebung nicht gefühlsmäßig zu unterscheiden
  • das geradlinige Design der Liege leidet unter dem wellenförmigen Wurf des Leders im verstellbaren Übergangsbereich

Minus Kontra  Minus    (* führt zur Abwertung)
  • im Lendenbereich mangelnde Unterstützung
  • ältere Test-Personen bekamen bei längerer Nutzung der Liege Rückenschmerzen
  • der nach außen hin liegenden Nahtbereich ist ein wahrer Schmutzfänger
  • das Design leidet unter den außenliegenden Nähten sowie der ausgeprägten Faltenbildung des Leders in den Übergängen
  • Qualität der Ecken-Polsterung ist verbesserungswürdig
  • auf dem hochwertigen Leder befinden sich bereits bei Anlieferung Beschädigungen
  • nach kurzem Gebrauch deutliche Zunahme der Faltenbildung im Sitz- und Rückenbereich
  • hervorstehende spitz zulaufende Kanten der Druckknopf-Abdeckung
  • die Höhenverstellung von Kopf-und Fußteil erfordert einen erheblichen Kraftaufwand, da Kopf- und Fußteil sich nicht komplett von alleine bewegen

Unser Rat

In einer Relaxliege zu arbeiten, bringt viele Vorteile. Die Belastung für den Rücken sinkt. Man kann länger und ermüdungsfreier arbeiten.
Auf dem Markt gibt es nur wenige Liegen, deren Rücken- und Fußteil relativ stufenlos verstellbar ist – und die bezahlbar sind. Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte vergeben wir noch eine befriedigende Note. Eine Empfehlung können wir nicht aussprechen.
Der eigentlich guten Idee von Koinor steht die qualitative Umsetzung entgegen. Besonders negativ fällt die Polsterung im Rückenbereich auf.
Ein potenzieller Kunde sollte die Liege unbedingt in aller Ruhe in einem Möbelhaus ausprobieren und die Serviceleistungen des Herstellers genau prüfen.

      Wertung   

    Legende: Bewertung
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  • 2  (4 Sterne) gut
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  • 5  (1 Stern) ungenügend
  • 6  (0 Sterne) durchgefallen
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Folgende Produkte werden wir in der nächsten Zeit testen:

    Auto •   Autobatterie
    Elektronik •   Diktiergeräte für Dragon Professional Individual
    Computer •   Monitor Dell 29 Zoll
    Gesundheit •   Massagematte
    Haushalt •   Tageslichtlampen
    Gesundheit •   Back2Life

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Liebe Leser,

viele weitere Produkte haben wir in unserer Rubrik “Test im Alltag”
für Sie getestet.

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  • "Test im Alltag" ist eine "Mittelpunkt•Journal"-Beilage.

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